Informationen zum Bildungsgang Graveur
Kennzeichnendes Merkmal für den Graveurberuf ist die enge Verknüpfung von technischen und gestalterischen Aufgabenstellungen. Dabei ergibt sich ein breit gefächertes Tätigkeitsfeld in Bereich der Bearbeitung von Metallen, aber auch anderer Werkstoffe wie z.B. Kunststoffen oder Glas. Die Anwendung und Anfertigung von Schrift und grafischen Zeichen oder Mustern stellt ein verbindendes Element innerhalb der z.T. sehr stark spezialisierten Betriebe dar. Neben traditioneller Handarbeit z.B. mit dem Gravierstichel ist die CNC-Gravur und zunehmend die Lasertechnik in einer Gravierwerkstatt üblich. Neben der zerspanenden Bearbeitung kann auch die Ätztechnik eingesetzt werden. Zeichnerisches Talent und ein Empfinden für Form und Gestaltung ist für diesen Ausbildungsberuf erforderlich.
In der Ausbildung zum Graveur unterscheidet man die Schwerpunkte Flachgraviertechnik und Reliefgraviertechnik. Typische Arbeiten der Flachgraviertechnik sind z.B. Schmuckgravuren, das Gravieren von Ehrenpreisen und Schildern und von Frontplatten für industrielle Anwendungen. Im Bereich der Reliefgraviertechnik steht die Anfertigung von Werkzeugen im Vordergrund. Hier kann es sich z.B. um Prägewerkzeuge für die Besteckherstellung und um Spritzguss- oder Presswerkzeuge für die Kunststoffverarbeitung handeln.
Informationen zum Bildungsgang Metallbildner
Der Beruf Metallbildner fasst seit der Neuordnung der Metallberufe 1998 die Handwerksberufe Gürtler, Metalldrücker, Ziseleur, Goldschläger u. a. zu einer Bezeichnung zusammen. Neben handwerklichem Können ist für diesen Beruf je nach betrieblicher Ausrichtung ebenso wie beim Graveur zeichnerisches Talent und ein Empfinden für Form und Gestaltung erforderlich. Allgemeine Schwerpunkte liegen in der Umformung metallischer Werkstoffe durch z. B. Biegen, Drücken, Tiefziehen Treiben, Ziselieren und der Anwendung spezieller Fügetechniken wie z.B. Löten und Schweißen. Verarbeitet werden vor allem Kupfer und Kupferlegierungen, Aluminium, Edelstahl und Edelmetalle.
In der Ausbildung zum Metallbildner sind folgende drei Fachrichtungen möglich:
- Gürtler- und Metalldrücktechnik
- Ziseliertechnik
- Goldschlagtechnik
Gürtler und Metalldrücker stellen z.B. Hohlkörper, Architekturelemente wie Geländer, Beschläge, Verkleidungen, Beleuchtungskörper, Vitrinen oder komplette Ladeneinrichtungen her.
Ziseleure fertigen z.B. Zier und Sakralgeräte, Reliefarbeiten, dekorative Gebrauchsgegenstände oder gestalten metallische Oberflächen von z.B. Kunstgüssen. Eine scharfe Trennung zwischen diesen Fachrichtungen ist nicht immer möglich.
Schwerpunkt der Goldschlagtechnik ist die Herstellung von Blattgold. Diese Fachrichtung wird am Technischen Berufskoleg Solingen nicht angeboten.
Ausbildung für Graveure und Metallbildner im Überblick
Der Unterricht am Technischen Berufskolleg Solingen findet in Blockform statt (pro Ausbildungsjahr zwei Blöcke mit jeweils ca. 6 Wochen Unterricht). Die Graveure werden gemeinsam mit den Metallbildnern in einer länderübergreifenden Fachklasse beschult, wobei der Fachunterricht (Theorie und Praxis) zum Teil getrennt stattfindet.
Prüfungstermine
Zwischenprüfung (Theorie und Praxis): am Ende des 1. Blocks der Mittelstufe, ca. Nov
Gesellenprüfung (Theorie): am Ende des letzten Unterrichtsblockes, ca. Mrz-Apr
Gesellenprüfung (Praxis): kurz vor Beginn der Sommerferien in NRW, ca. Ende Jun
Unterrichtsfächer
Berufsbezogener Bereich:
- Fertigungs- und Prüftechnik (FPT)
- Gestaltungstechnik (GT)
- Werkstofftechnik (WT)
- Maschinen- und Gerätetechnik (MGT)
- Technische Kommunikation (TK)
Berufsübergreifender Bereich:
- Deutsch/Kommunikation
- Religionslehre
- Sport/Gesundheitsförderung
- Politik/Gesellschaftslehre
Differenzierungsbereich:
- Technologische Übungen
Ansprechpartner
Sollten Sie Fragen zum Bildungsgang oder der schulischen Ausbildung haben, steht Ihnen der Bildungsgangleiter Hr. Topp telefonisch unter 0212 22380 37 oder per Mail (topp@tbk-solingen.de) gern zur Verfugung.
Weitere Informationen zu den Ausbildungsberufen erhalten Sie unter www.biv.org oder bei der Bundesagentur für Arbeit unter www.berufenet.de























